Naturstudien

Während meines Studiums habe ich fast fanatisch gezeichnet. Dann kamen einige Jahre, in denen ich ausschließlich Objekte gemacht habe. Erst durch das Projekt im Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig 2010 habe ich wieder mit dem zeichnen angefangen. Die Zeiten mit den Präparaten sind ein großes Glück für mich und ich genieße jede Sekunde ...

Juni 2016
Die Einladung zum Zeichensymposion von Peter Kerschgens nach Bedburg-Hau hat mich sehr gerfreut. Eine Woche lang nur relaxen und zeichnen Inmitten des alten Klinikgeländes. Ich hatte 4 Präparate mit dabei. Neben einigen Kritzels und Erdgeistern gabs auch wieder Naturstudien.







2015/2016
Die Serie der Erdgeister gehört eigentlich gar nicht in diese Rubrik, aber ich beschäftige mich jetzt schon so lange mit ihnen. Sie führen noch ein Schattendasein in ihrem dunklen Reich. Beim Zeichensymposium Sommer 2015 habe ich mit der Serie angefangen. Ausgelöst sicherlich durch meine Teilnahme bei "Urbo Kune" 2015 im Foyer der Philharmonie in Köln. Die Zeichnungen sind allerdings viel kleiner als die Tafel.








Februar 2015
Ein Tag im Lieblingsmuseum! Ein Gefühl ist wie am ersten Tag! Man versinkt langsam in einer anderen Welt, aus der man nie wieder auftauchen will: Ich war in der Entomologie im Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig, Bonn. Eine Sphodromantis gastrica. Wunderschönes Tier!!!


Mai 2014
Wieder ein Tier, dass mir sehr viel Spaß gemacht hat. Im Atelier zu zeichnen mit der warmen Sonne im Rücken ist ein Genuss ... auch dieses Tier ist im Original ganz klein. Zum zeichnen brauche ich eine starke Lupe.




April 2014
Plötzlich sehen sie gar nicht mehr wie tote Tiere aus. Obwohl es Studien nach definitiv mausetoten Präparaten sind, springen und tanzen die auf dem Papier. So mag ich das! Wiederbelebungsstation II.




März 2014
Die Zeichnungen verändern sich. Kleiner auf großem Papier. Zum Glück hab ich noch einige in Alkohol eingelegte Freunde, die mich ungemein reizen! Hoch leben die Reptilien!



20. Oktober 2013
Jetzt wird's wild im Atelier. Paartanz ist angesagt. Wieder zwei aufgerollte Reptilien und ich kann keine zoologischen Angaben machen. Spaß machen sie mir trotzdem ... und der Nächste schwimmt schon in der Warteschleife.


26. September 2013
Und noch ein Tänzer ... Ich mag den grauen Karton immernoch. Und die Halb-und-Halb-Zeichnungen auch. Hab ich noch Reptiliennachschub?



11. September 2013
Und noch so ein verschlungenes Tier. Wieder ein Reptil. Art unbekannt.



22. August 2013
Rotkäppchen hat sich in mein Atelier verirrt. Ein winziger Frosch mit bräunlich-roter Stirn und Ellenbogengelenken. Natürlich bin ich ganz hingerissen ... und der graue Karton ist immer noch klasse.


19. August 2013
Und noch ein Tier auf Grau. Macht mir gerade Vergnügen! Dabei hab ich überhaupt keine Hinweise auf die zoologische Identität des Reptils. Es ist im Original ganz klein.



 04. August 2013
Ein Reptil auf meinem Zeichenplatz ... auf schönem, grauen Karton, mit Weiss gehöht. Kleine Zeichnung sogar mit Signatur.


20. Juli 2013
Eine Fledermaus mit schönen langen Beinen. Ich weiß leider nicht, welche Art ... und in erster Linie gings mir auch um den schönen Pelzkragen ...




 15. Juli 2013
Dieses Mini-Trocken-Chamäleon hab ich schon ganz lange im Fundus, jetzt war die Zeit reif. Im Original ist das Tier ca. 5 cm lang ...


25. Mai 2012
Eine Gottesanbeterin. Eigentlich wollte ich heute eine Gespenstschrecke zeichnen, aber ich konnte mich zu genau an dieses Tier erinnern und will es schon so lange portraitieren. Ich versuche mich gerade in Mischungen von Aquarell- und Bleistiftstudien. Eigentlich gefällt es mir ganz gut.


30. März 2012
Bin im geliebten Museum. Wildere in den Kellern mit den Alkoholpräparaten und verliebe mich in einen toten Fisch ...





23. März 2012
Ein schöner Frosch, aber ich habe weder Artnamen noch sonstige sachdienliche Hinweise auf seine Identität. Nur ein Fahndungsportrait ...


16. Februar 2012
Trotz Karneval ein kleines Schmankerl: Eine Maulwurfsgrille.

09. Februar 2012
Ich war schon immer ein Buckelzirpen-Fan. Die Tiere sind aber miniklein. Nur ca. 3 mm lang. Habe durchs Binokular gezeichnet. Aber das Tier war eine echte Herausforderung ...

und eine kleine Zeichnung einer Wanze.

02. Februar 2012
Ich habe mir vorgenommen für die "Theatrum naturae"-Ausstellung noch eine kleine Installation mit den Zeichnungen zu machen. Und da fast alle bisherigen Zeichnungen dafür zu groß sind, heißt es jetzt für mich : Kleinformat bis A5 ...




27. Januar 2012
Ein Laufkäfer. Habe ganz gezielt nach einem Exemplar gesucht, das nach Kafka benannt ist. Allerdings gibt es wohl auch einen Entomologen, der so heißt. Woher der Name kommt würde ich nur schwer herausbekommen ...

20. Januar 2012
Pamphagus marmoratus. Phamphagus ist in der griechischen Mythologie "Der Gefrässige", Beiname des Herkules; der einst zwei Stiere von dem Pfluge eines Bauern weggefressen hatte. Im zoologischen Zusammenhang spricht man von einer Gattung der Heuschrecken.


13. Januar 2012
Wieder eine Laubheuschrecke. Habe endleich mal die "oberen Etagen" in der Entomologie gescannt. Auch da oben verbergen sich die schönsten und skurrilsten Tiere: also genau das richtige für mich ... Ich habe zum ersten Mal Aquarell mit "rein Bleistift" kombiniert. Die Beine sind also unfarbig. Mir gefällt die Kombination.


05.01.2012
Eine Blattmantis (Gottesanbeterin/ Gongylus gongylodes) aus Indien. Wieder so ein unglaubliches Tier. Mich fasziniert die Tarnung und der extreme Körper, die verdickten Kniegelenke, das blattartige Rückenschild und die aufgerollten Flügel. Ich habe das Tier allerdings von unten gezeichnet, weil ich doch unbedingt das "Portrait" dabei haben wollte ... Eine Studie mit Aquarellfarben.

30.12.2011
Neue Abteilungen im Museum sind immer ein Highlight. Diesmal waren wir in einer kleinen Sammlung von "Crustcea", also Krustentieren. Zeichnerisch war der Tag für mich nix. Nichts ging, kein Strich funktionierte. Also wurde es nur ein "Kritzel". Da dieses Präparat ohne Artname abgelegt war, wage ich einfach mal die Prognose, dass es sich um einen Springkrebs handelt ...


23.12.2011
Hurra! Ein riesiger, schwarzer Skorpion. Die Präparate im Museum Koenig faszinieren mich jedes mal aufs neue! Ich liebe die Freitage ... obwohl ich nicht ins Atelier komme.


16.12.2011
Es geht im Museum Koenig weiter. Wir werden wohl wieder regelmäßig freitags hingehen um in den Sammlungen zu arbeiten. Mein Lieblingstier an diesem Tag war eine Laubheuschrecke, die mit ihren Flügeln singen kann und sich wunderbar an ihre Umwelt anpasst. Das Tier ähnelt einem weken Blatt in Form und Farbe und trägt den schönen Namen "Acridoxena hewaniana".

Hier noch einige Zeichnungen aus dem letzten Jahr ...





Hab in einer Sammlungsschublade im Museum Koenig vier nicht flügge Nestlinge entdeckt. Die Federn stecken noch in den Schäften und brechen nur am Ende hervor. Sehr interessant zu sehen, wie die Federn angelegt sind und wo sie zuerst wachsen. Tolle Präparate!

Horrnvögel liebe ich ganz besonders. vielleicht, weil ich etliche Arten in Borneo freifliegend gesehen habe ... Diese Art aus Afrika habe ich lebendig nur im Tierpark in Berlin gesehen. Lustige, aktive und laute Gesellen sind das und wunderschön dazu. Nachtschwarz mit silbernen Wangen (Silberwangen-Hornvogel – Bycanistes brevis). Während des zeichnens kam die Sonne für einen Augenblick zwischen den Wolken hervor und das Gefieder leuchtete wie Quecksilber.



Bin mit den Nasspräparaten der Theriologie immer noch nicht fertig - und werde es wohl auch nie werden. Hab in diesem wunderbaren, leicht chaotischen Keller zwei mumifizierte juvenile Fledermäuse gefunden. Darf ich vorstellen: Myotis myotis und Myotis myotis.

Ein Braunes Mausohr. Wunderschön ist die Kombination von den pergamentenen Trockenflügeln und dem dichten Bauchpelz.


Wanzen sind wunderschöne Tiere mit halben Deckflügeln, unter denen die zarten Hautflügel herausschauen. Der wissenschafrtliche Name "Heteroptera" verweist auf die unterschiedlichen Flügellängen.



"Schummern" ist eine Zeichentechnik, die ich eigentlich verachte, weil sie die Individualität des Zeichners negiert. Normalerweise erkennt man am Strich, wer was gezeichnet hat, beim Schummern werden aber gar keine Striche angelegt, sondern verwaschene Flächen lagern übereinander, nur dem Objekt verpflichtet. Bei diesem Besuch in der theriologischen Abteilung allerdings ist diese Technik genau richtig. Ein zartes Embryo, bei dem noch nicht mal die Konturen scharf sind. Eine Handvoll Defassa-Wasserbock. Ein geliebter Hornträger in Alkohol.


Fast alle meine Zeichnungen für das NAM-Projekt unter: http://natura-artis-magistra.blogspot.com/2009/09/atelier-ines-braun.html